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Dakar-Kolumne: Vom täglichen Reisen und dem Biwak-Leben

Wie der Begleittross der Rallye Dakar täglich von einer Etappe zur nächsten kommt - Plus eine Fotostrecke über das Leben im großen Zeltlager, dem Biwak

Liebe Abenteuer-Freunde,

Militärfrachter Dakar

Mehrmals erfolgt der Transfer zur nächsten Etappe per Militärfrachtflugzeug Zoom

während sich Tag für Tag die Rennfahrer auf den beschwerlichen Etappen abmühen und versuchen, das Etappenziel zu erreichen, reist im Hintergrund ein großer Begleittross mit. Nicht nur die jeweiligen Teams mit Mechanikern, Masseuren, Betreuern und so weiter müssen von einem Biwak zum nächsten kommen, sondern auch die komplette Organisation, die Rennleitung, das medizinische Personal, die Verpflegung, die TV-Crews und auch die Riege internationaler Journalisten.

In den zwei Wochen von Lima nach Cordoba werden rund 9.000 Kilometer zurückgelegt. Wie das ganze bewerkstelligt wird, war auch für mich die spannende Frage vor meiner ersten Dakar. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Rallye zu begleiten. Am aufwendigsten ist es, mit einem eigenen Fahrzeug zu fahren. Dieses Auto muss natürlich geländegängig sein und vom Veranstalter registriert und zugelassen werden. Der Aufwand ist immens. Neben dem Fahrzeug an sich muss man sich auch selbst um alles kümmern. Von der Navigation über die Route und den notwendigen Tankstopps. Teilweise habe ich in Peru Tankstellen gesehen, die Benzin mit 84 Oktan anbieten.


Rallye Dakar 2018

Natürlich ist diese Art zu reisen das größte Abenteuer, denn man sieht von den abwechslungsreichen Landschaften in Peru, Bolivien und Argentinien extrem viel. Man muss aber auch auf der Hut sein, und genau planen, denn wenn man ein Diesel-Auto hat, könnte der Kraftstoff in manchen Regionen knapp werden, wenn die großen Trucks die Tankstellen leergesaugt haben. Ratsam ist es auch, sich mit anderen Autos zusammenzuschließen, falls man im Gelände steckenbleibt oder technische Defekte auftreten. So ein Trip ist nur für jene ratsam, die solche Abenteuerreisen schon einmal gemacht haben.

Viele Nächte im Bus

Die "bequemere" Art dem Tross zu folgen, ist für uns Journalisten der Presse-Konvoi, denn die Transfers sind komplett durchorganisiert. Per Bus oder per Flugzeug geht es zur nächsten Etappe. Von Pisco ging es beispielsweise per Bus nach San Juan de Marcona weiter. Die Fahrt dauerte zwar nur vier Stunden, aber es war so angelegt, dass wir am späten Abend aufbrachen. Das bedeutete, wir verbrachten die komplette Nacht im Bus. Deutlich länger dauerte die Fahrt von San Juan de Marcona nach Arequipa. Schon der Kartendienst der berühmten Suchmaschine prognostizierte für die Strecke entlang der Pazifikküste neun Stunden. Sitzfleisch ist gefragt.

Dakar Busse

Die meisten Dakar-Kilometer legt man als Journalist mit dem Reisebus zurück Zoom

Es wurden schlussendlich zehn Stunden. Somit wurde eine weitere Nacht im Bus verbracht. Spannender verlief der Transfer von Arequipa in die bolivianische Hauptstadt La Paz. Schon im Biwak wurden die Reiseformalitäten erledigt und die Stempel in die Reisepässe gedrückt. Der Bus fuhr dann direkt aufs Rollfeld, wo eine alte Militär-Frachtmaschine mit Propeller-Motoren bereitstand. Das Gepäck wurde eingeladen und wir quetschten uns am Rand auf die Pritschen. Sicherheitskontrollen? Fehlanzeige! Der Flug war abenteuerlich, aber leider blieb ein Blick auf den Titicacasee verwehrt.

Rundgang durch ein Dakar-Biwak

Wenn man die Nächte nicht im Bus oder Flugzeug verbringt, dann wird im Biwak im Zelt geschlafen. Aber als mehrmaligen Camper an der Nürburgring Nordschleife können mich die Wüste sowie der Regen, die Kälte und die Höhe in Bolivien nicht beeindrucken. Einige Kollegen aus Südamerika froren schon bei plus zehn Grad und auch die Höhe Boliviens ging nicht an allen spurlos vorüber. La Paz liegt rund 3.600 Meter über Seehöhe und ist damit weltweit die höchstgelegene Stadt mit einem Regierungssitz.


Fotostrecke: Das Leben im Biwak der Rallye Dakar

Hat man nach einem anstrengenden Tag (oder Nacht) das Biwak erreicht, ist man im Herzstück der Rallye. Hier beginnt jeder Tag von neuem und nach den Strapazen sehnt sich jeder auf das neue Biwak am Abend. Alle sind in diesem großen Zeltlager vereint. Von den Topstars von Peugeot, Toyota, X-raid, KTM und Honda, bis zu den Privatiers, die diese Rallye ganz alleine und ohne Mechaniker oder sonstiger Unterstützung bestreiten.

Jeden Tag wird das Biwak neu aufgebaut, wobei Veranstalter A.S.O. zeitweise auch auf Militärbasen oder andere Gelände zurückgreifen kann, wo der ganze Tross für einen Tag/Nacht untergebracht wird. Gibt es keine befestigten Gebäude, dann besteht das Biwak aus Zelten, Wohnmobilen und natürlich aus Dixi-Klos und mobilen Duschen, bei denen das Wasser in der Regel eiskalt ist. Aber das gehört zum Dakar-Abenteurer dazu wie der Sand zur Wüste.

Gerald Dirnbeck

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