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Dakar-Kolumne: Spektakuläre Unfälle begleiten den Auftakt

Die Gefahr fährt bei der Rallye Dakar immer mit: Schon die ersten Dünen Perus werden vielen Fahrern zum Verhängnis - Sicherheit wird dennoch groß geschrieben

Liebe Dakar-Freunde,

Alicia Reina

Der Toyota Hilux von Alicia Reina brannte in der dritten Etappe komplett aus

die Rallye hat härter begonnen, als viele gedacht haben. Die Dünengürtel an den ersten beiden richtigen Etappen-Tagen hatten es in sich. In den Videoaufnahmen der Helikopter sind unzählige spektakuläre Bilder zu sehen. Autos, Motorräder und Trucks fahren kreuz und quer in der Wüste herum, versuchen einen Ausweg zu finden und ja nicht steckenzubleiben. Aber kaum jemand musste nicht aussteigen und die Schaufeln auspacken.

Bisher verliefen die Unfälle weitestgehend glimpflich, auch wenn einige Fahrer wegen gebrochener Arme, Gehirnerschütterungen oder anderer Blessuren ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Die Dünen Perus stellten sich nicht als einfaches Aufwärmtraining heraus. Die Fahrer aller Klassen hatten vor allem mit den steilen und weichen Sandwänden zu kämpfen. Motorradfahrer berichteten, dass sie eine Düne mit Schwung hochgefahren sind und dann im letzten Moment abdrehen mussten, weil von der anderen Seite plötzlich ein Auto aus dem Nichts auftauchte.


Bezeichnend für diese brenzligen Situationen in den Dünen war die Kollision der X-raid-Teamkollegen Yazeed Al-Rajhi und Boris Garafulic. Beide gaben zu Protokoll, dass sie keine Chance hatten auszuweichen, weil sie das andere Fahrzeug nicht sehen konnten. Bryce Menzies hat den neuen X-raid Buggy am zweiten Tag zerlegt. Routinier Nani Roma rollte am Montag in einer Düne und musste mit seinem Beifahrer Alex Haro ein Krankenhaus aufsuchen. Ein Zuckerschlecken ist die Dakar ganz und gar nicht.

Die richtig harten Tage kommen erst

Aber die richtig schwierigen Tage stehen den Teilnehmern noch bevor. So sagt Rallye-Haudegen Carlos Sainz, der seine elfte Dakar fährt: "Sie haben uns vorgewarnt und wir waren gewarnt, dass es hart wird. Und soweit man beurteilen kann, wird der Rest noch viel schwieriger, als wir bisher gesehen haben. Der Weg bis zum Ende der Rallye ist noch lang genug. Ich bin froh, dass ich diese Etappe ohne die erwarteten großen Rückschläge beendet habe."

Natürlich wird eine Veranstaltung wie die Rallye Dakar immer gefährlich bleiben. Veranstalter A.S.O. versucht umfassende Vorkehrungen zu treffen. In jedem Biwak ist ein mobiles Feldkrankenhaus für Notfälle aufgebaut. Sieben Helikopter können gleichzeitig aufsteigen und zu Unfallstellen fliegen. Das medizinische Personal, das mit dem Tross mitreist, umfasst 60 Personen. Gleichzeitig sind auch umliegende Krankenhäuser in Bereitschaft und können von den Helikoptern angeflogen werden.


Wie bei jeder Rallye-Veranstaltung ist obendrein auch die Disziplin und das Verantwortungsbewusstsein der Zuschauer gefragt. In Peru, Bolivien und Argentinien sind insgesamt 20.000 (!) Polizisten für die Sicherheit der Fans abgestellt. 50 Zuschauerzonen wurden eingerichtet und seit zwei Monaten werden in lokalen Medien Kampagnen geschalten, um auf die Disziplin hinzuweisen. Für das motorsportverrückte Argentinien (Racing ist nach Fußball die Nationalsportart Nummer 2) wurden zusätzliche Sicherheitskräfte eingestellt, die die begeisterte Menge beobachtet und gegebenenfalls auf Fehlverhalten hinweisen kann.

Zu viele Todesopfer hat die Rallye Dakar in ihrer Geschichte bereits gefordert. Und der turbulente Auftakt muss jedem vor Augen geführt haben, dass es keine Kaffeefahrt ist. Drücken wir die Daumen, dass alle Teilnehmer die Strapazen und Gefahren gut überstehen. Wie man an die Rallye richtig herangeht, beweist einmal mehr Stephane Peterhansel: "Ich würde nicht sagen, dass wir heute auf Sicherheit gefahren sind, aber wir haben das Risiko bestimmt minimiert. Jetzt führe ich und ich denke, die Konstanz ist dafür verantwortlich. Bisher läuft es für uns nicht schlecht." Kein Wunder, dass der 13-fache Gesamtsieger nach der dritten Etappe die Spitze übernommen hat.

Gerald Dirnbeck

Ihr,

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