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Weitere Details zum geplanten Börsengang der Formel 1

30. April 2012 - 11:37 Uhr

Mit einer Umsatzprognose von 7,1 Milliarden US-Dollar treibt Bernie Ecclestone den geplanten Börsengang der Formel 1 in Singapur voran

Bernie Ecclestone und Pasquale Lattuneddu
Bernie Ecclestone mit seiner "rechten Hand" Pasquale Lattuneddu
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Bernie Ecclestone treibt die Vorbereitungen für einen Börsengang der Formel 1 weiter voran. Es wird erwartet, dass er an der Börse Singapur eine Geschäftsbroschüre auflegen lässt, die zeigt, dass ein Umsatz von 7,1 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 5,4 Milliarden Euro) garantiert ist.

Ecclestones Pläne nahmen am Dienstag Fahrt auf, als eine Gruppe führender Analysten im Savoy-Hotel in London gebrieft wurde. Sobald die Broschüre aufgelegt wird, wird der Vorstand der Formel-1-Holding Delta Topco um grünes Licht für den Börsengang gebeten. Im Zuge dessen soll die Formel-1-Gruppe mit zehn Milliarden US-Dollar (7,5 Milliarden Euro) bewertet werden. Bis zu 30 Prozent der Anteile sollen am Aktienmarkt emittiert werden, CVC Capital Partners würde aber weiterhin größter Anteilseigner bleiben.

Verkauft vor allem Lehman Brothers?

Man geht davon aus, dass der Großteil des Emissionsvolumens aus dem Eigentum von Lehman Brothers kommen wird. Die US-Großbank besitzt 15,3 Prozent von Delta Topco und hat zugestimmt, diesen Anteil bis 2014 zu verkaufen. Die Gläubiger der Bank würden am Initial Public Offering (IPO) 1,5 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) verdienen und ein Geschäft verlassen, dessen Wert steigen könnte.

Bei der Präsentation im Savoy wurde enthüllt, dass 7,1 Milliarden Dollar Umsatz durch die Grand-Prix-Verträge bereits an die Formel-1-Gruppe gebunden sind. Der längste Vertrag ist laut Branchenmonitor 'Formula Money' der für den Großbritannien-Grand-Prix, der der Formel-1-Gruppe am Ende seiner Laufzeit im Jahr 2026 452 Millionen Dollar (341 Millionen Euro) eingebracht haben wird.

Die Grand-Prix-Verträge machen 4,7 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) des garantierten Umsatzes aus. Nur 1,4 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) kommen aus TV-Verträgen. Das hängt damit zusammen, dass diese 2001 infolge einer Untersuchung durch die EU-Wettbewerbskommission auf eine Laufzeit von maximal fünf Jahren beschränkt wurden.

In jedem der nächsten 15 Jahre wird die Formel-1-Gruppe durchschnittlich 473,3 Millionen Dollar (357 Millionen Euro) pro Jahr einnehmen, was für Investoren eine gute Perspektive darstellt. Die tatsächlichen Gewinnprognosen sehen etwas weniger rosig aus, weil der größte Kostenpunkt wächst. Dabei handelt es sich um das Preisgeld, das an die Teams ausgeschüttet wird, im Moment ungefähr 50 Prozent vom Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Außerdem erhält das Ferrari-Team wegen seines historischen Status eine Sonderprämie.

Bonus für Ferrari und Co.

Die Verteilung der Preisgelder ist in der kommerziellen Vereinbarung der Formel 1 geregelt, dem Concorde-Agreement, das am Jahresende ausläuft. Der neue Vertrag läuft von 2013 bis Ende 2020 und sieht zusätzliche Zahlungen an jedes Team vor, das seit 2000 in der Königsklasse dabei ist, ohne seinen Namen geändert zu haben, und weitere Zahlungen an frühere Weltmeister und Teams, die zweimal hintereinander Weltmeister geworden sind.

2010, also im letzten Fiskaljahr, für das bereits Firmendaten öffentlich verfügbar sind, lag das EBITDA der Formel-1-Gruppe bei 538 Millionen Dollar (406 Millionen Euro), und zwar bei einem Umsatz von 1,6 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro). Die Ratingagentur Standard & Poor's erwartet jedoch, dass die erhöhten Zahlungen an die Teams das EBITDA bis 2013 um fünf Prozentpunkte auf 27 Prozent reduzieren werden.

Der Gewinn könnte durch Zinszahlungen auf Schulden von der Royal Bank of Scotland (RBS) und Lehman Brothers, die 2006 von CVC aufgenommen wurden, um die Übernahme der Formel 1 zu finanzieren, ebenfalls gedrückt werden. 2010 beliefen sich die Zinsen auf 59,2 Millionen Dollar (44,7 Millionen Euro) und am Jahresende waren noch zwei Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) Restschuld übrig, fällig im Jahr 2014.

Anfang April nahm CVC jedoch einen neuen 2,3-Milliarden-Kredit auf, der erst 2018 fällig wird, um die alten Schulden zu refinanzieren und einmalig 1,1 Milliarden Dollar (830 Millionen Euro) an Delta Topco auszahlen zu können. Dieses Geld könnte als Dividende an die Anteilseigner der Formel 1 ausgezahlt werden, um diesen vor dem IPO noch mehr Auftrieb zu verleihen.

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