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Ross Brawn: Das Rennen muss immer im Mittelpunkt stehen

06. November 2017 - 14:17 Uhr

Liberty Media geht neue Wege, um die Formel 1 besser zu vermarkten, will das Maß dabei aber nicht verlieren und betont: "Spannende Rennen bleiben Herzstück"

Michael Buffer
Michael Buffer präsentierte beim Großen Preis der USA die Startaufstellung
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - In dem Bemühen, die Formel 1 moderner zu machen und mehr Fannähe zu schaffen, ließ sich Liberty während der letzten Rennwochenende so einiges einfallen. In Austin kündigte kein Geringerer als Boxansager Michel Buffer die Fahrer in der Startaufstellung an. Beim Großen Preis von Mexiko parkten die Boliden nicht im Parc ferme, sondern im Stadionkomplex der Strecke. Nach der Podiumszeremonie heizte ein DJ der Menge ein.

Man darf gespannt sein, was sich Liberty für die noch ausstehenden Rennen und die Saison 2018 einfallen lassen wird. Formel-1-Sportchef Ross Brawn weiß, dass es darauf ankommt, die richtige Mischung zu finden. "Ich denke, es war die richtige Sache zur rechten Zeit. Aber das ist nichts, was wir bei jedem Rennen tun werden", ordnet er etwa die Verpflichtung von Buffer beim US-Grand-Prix oder die Partysause in Mexiko ein.

"Das Feedback war durchaus positiv. Zahlreiche Fans konnten dieses Formel-1-Event nach dem Rennen genießen. Das war toll", blickt Brawn auf die mexikanische Fiesta zurück. Das, worauf es ankommt, sei und bleibe aber der Rennsport. Er müsse immer im Mittelpunkt stehen. "Wir hatten ein sehr spannendes Rennen. Und das ist der Kern des Ganzen. Man kann diese Aktionspunkte nicht um ihrer selbst willen anstoßen. Sie dienen dazu, den Sport aufzuwerten."

Mexiko
In Mexiko gab ein DJ nach der Podiumszeremonie den Ton an
© Sutton

Plänen, die Gridpräsentation dauerhaft auf 15 Minuten auszudehnen, steht Brawn jedoch offen gegenüber. "Ich denke, das ist ein guter Punkt. Vielleicht kann die Gridpräsentation unterschiedlich sein - je nach Land", sagt er. "Es kamen Teams auf uns, die meinten, dass sie dadurch etwas mehr Zeit für die Vorbereitung gewonnen hätten. Ein Team gestand sogar, dass sie es ohne diese Extra-Zeit gar nicht zum Rennen geschafft hätten."

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene bestätigt jedenfalls: "Sebastian (Vettel) und Kimi (Räikkönen; Anm. d. R.) sagten mir, dass es für sie okay war. Vielleicht ein bisschen lang, weil der Erste, der rauskam, 20 Minuten auf den Letzten warten musste und umgekehrt. Ich denke, mit etwas Feintuning beim Timing und ein paar Anpassungen auch in Bezug auf die Fahrerparade ist es eine gute Show. Wenn die Fans es mögen, warum nicht?"

Allerdings warnt der Italiener auch davor, es zu übertreiben. So dürfe die Show nicht mit dem Engagement kollidieren, das Teams und Fahrer für die eigenen Sponsoren und zuvorderst das Rennen aufbringen müssen. "Denn man darf nicht vergessen, dass wir hier sind, um Rennen zu fahren. Schließlich ist das die eigentliche Show", sagt Arrivabene. "Wir sind immer bereit, über alles zu diskutieren, was Sinn macht und die Formel 1 voranbringt."

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