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Auch für Bosch ist Zeit Geld

07. Oktober 2009 - 09:32 Uhr

Je länger die Erholung der Wirtschaft, vor allem die der Automobilindustrie, auf sich warten lässt, umso prekärer wird die Lage bei dem schwäbischen Branchenführer

bosch
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© bosch/auto-reporter.net

(Motorsport-Total.com/Auto-Reporter) - Selbst der weltgrößte Zulieferer Bosch hat ein Problem.
Im Unternehmen rechne man in diesem Jahr mit einem Verlust von bis zu drei Milliarden Euro, berichtet das "Handelsblatt". Damit würden sich die Befürchtungen von Vorstandschef Franz Fehrenbach, der auf der IAA noch von einem 15-prozentigen Umsatzminus sprach, fast verdreifachen.

Dabei hatten die Stuttgarter in den vergangenen Jahren immer wieder versucht, ihre Abhängigkeit vom Automobilbau zu reduzieren, und bedienten alternative Geschäftszweige. Einige dieser Investitionen kamen zu einem unglücklichen Zeitpunkt.

So wurden kurz vor Ausbruch der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise Euro-Milliarden in neue Marktfelder wie die Solarindustrie, Batterietechnik und das Geschäft mit Turboladern investiert. Gerade steht die Übernahme der aleo solar AG an, doch die Solarbranche befindet sich zurzeit im Abwind.

Mögen Boschs Weichenstellungen auch in Zukunft für gute Erträge sorgen, gilt es jetzt, Umsatzrückgänge von beispielsweise 20 Prozent im Kerngeschäftsfeld Kraftfahrzeugtechnik zu überbrücken. Franz Fehrenbach schließt nicht aus, dass das Niveau von 2007 erst 2012 wieder erreicht sein könnte.

Bis dahin rechnet man auch in Stuttgart mit spitzem Bleistift und stellt alle Ausgaben auf den Prüfstand. Mit einer Ausnahme: Die Investitionen in Forschung und Entwicklung sollen mit 3,9 Milliarden Euro fast gehalten werden.

Eine der Stärken des Zulieferers, nach Perfektion zu streben, um dann auch auf neuen Geschäftsfeldern mit der technologisch besseren Lösung aufzuwarten, sollte in diesen Zeiten nicht übertrieben werden, warnen Branchenkenner.

So hätten man bei Bosch beispielsweise bei der Suche nach dem Heiligen Gral in Sachen Diesel-Partikelfilter fast die Zeit verschlafen. Auf Boschs neuem Terrain darf das nicht passieren. (ar/br)

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