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WEC-Reifen 2017: Fans bekommen mehr Durchblick

Michelin hat die Bezeichungen ihrer WEC-Reifen vereinfacht: Fans bekommen verwendete Mischung im TV angezeigt - Weniger Reifen, trotzdem immer Vollgas

(Motorsport-Total.com) - Im Gegensatz zur Formel ist in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) seit Jahren eine mangelnde Haltbarkeit der verwendeten Reifen gar kein Thema. Michelin und Dunlop versorgen die Teams mit haltbaren Produkten, die von den Fahrern nicht immer mit Samthandschuhen angefasst werden müssen. Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg, der 2015 mit Porsche in Le Mans siegen konnte, schwärmt regelmäßig von den Michelin-Pneus der LMP1-Klasse.

Michelin Reifen LMP1

Die Michelin-Reifen in der LMP1-Klasse haben das Format 31/71R18

2017 gelten für den Einsatz der Gummis neue Regeln. Statt bislang sechs dürfen die Teams ab sofort nur noch vier Sätze Reifen im Qualifying und Rennen verwenden. "Das bedeutet: Ab sofort müssen Doppelstints easy machbar sein, und zwar auf allen Strecken der WEC-Saison", schildert Michelin-Langstrecken-Chef Jerome Mondain die Konsequenzen. Die Franzosen haben sich auf diese neuen Voraussetzungen eingestellt.

"Das hatte bei uns zur Folge, dass wir die Entwicklung früher gestartet haben. Normalerweise beginnen wir im September oder Oktober mit der Arbeit für das Folgejahr, 2016 mussten wir schon im Sommer loslegen", so Mondain. "Für uns ist es eine umfangreiche Änderung. Wir mussten sehr intensiv an den Mischungen arbeiten, denn es wird hart - nicht nur in Bahrain. Ich erwarte, dass es in diesem Jahr auch in Austin an die Grenzen gehen wird. Bisher war das Rennen dort ein Nachtrennen, aber das ist dieses Jahr anders. Da wird es heiß hergehen, in allen Belangen."


Der Porsche 919 in Vallelunga

Der neue Porsche 919 Hybrid für die WEC-Saison 2017 in Super-Zeitlupe bei Tests in Vallelunga

Michelin war intensiv in die Testarbeit von Porsche, Toyota und Co. involviert, aber man drehte keine Runden in der Hitze von Bahrain. "Wir haben verschiedene Referenzstrecken, wo wir genug Erfahrung haben, um Rückschlüsse auf die Hitze und Bedingungen in Bahrain ziehen zu können. Außerdem haben wir erste Versionen schon beim Young-Driver-Test nach dem Saisonfiale 2016 ausprobiert. Passt alles. Unsere Simulationen sind auch sehr gut und verlässlich", winkt der Franzose entspannt ab.

"Wir sind auf alles vorbereitet. Wir haben alle unsere Ziele in der Entwicklung erreicht", erklärt Mondain voller Zuversicht. Klagen gab es auch nach dem Prolog in Monza keine. Porsche absolvierte dort am Sonntag eine komplette WEC-Renndistanz unter realistischen Bedingungen. Auch bei den Doppelstints brachen die Rundenzeiten keineswegs ein. "Bisher gehe ich aber fest davon aus, dass wir es geschafft haben, einen Reifen zu produzieren, der auf allen Strecken über zwei Stints so ziemlich Vollgas zulassen wird", sagt der Michelin-Projektleiter.


WEC-Prolog 2017 in Monza

"Theoretisch könnte man in Le Mans sechs oder sieben Stints auf einem Reifensatz voll fahren, aber das ist wegen der Maximalzeit im Cockpit gar nicht möglich", erklärt Mondain. "Wir sagen unseren Partnern, dass sie sich keine Gedanken müssen, wenn sie fünf Stints fahren wollen. Das bieten wir an. Wer das nutzen möchte, der kann das tun. Die Strategie sollen die Teams machen. Der Reifen sollte da keinesfalls der limitierende Faktor sein. So arbeitet Michelin immer schon."

Sieben Le-Mans-Stints entsprächen über 1.200 Kilometern - also vier vollen Formel-1-Grands-Prix. Michelin macht nicht nur den Fahrern Freude, sondern 2017 auch den Fans. "Wir haben am Spektrum der Reifen nicht viel verändert, aber wir nennen es nun anders, um es für Fans leichter verständlich zu haben", so Mondain. "Wir nennen sie nicht mehr 'Soft Hot' oder 'Soft Hot Plus' oder so, sondern einfach nur noch Soft, Medium und Hart. Das versteht jeder. Die jeweils verwendeten Reifen werden im TV eingeblendet. So wird alles viel einfacher zu lesen und zu verfolgen sein."

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