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Jetzt also doch: ACO offen für DPi ab 2020

Für die nächsten beiden Saisons ist die Tür zu, doch ab 2020 könnte die nächste Generation DPi auch den Weg in die WEC finden - ACO für Gespräche offen

(Motorsport-Total.com) - DPi oder nicht DPi - seit dem Porsche-Ausstieg beschäftigt diese Frage die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). Der ACO hat mit der Verkündung des abgewandelten LMP1-Reglements ab der WEC-"Supersaison" 2018/19 erst einmal Fakten geschaffen. Die jetzige Generation DPi wird nicht in der WEC oder an den 24 Stunden von Le Mans teilnehmen. Das heißt aber nicht, dass sich der ACO der IMSA ganz verschließen will. Gerard Neveu ist offen dafür, die DPi ab 2020 ins LMP-Gefüge aufzunehmen.

Jeff Gordon, Cadillac, DPi

Die DPi-Kategorie wird für den ACO für die Zeit ab 2020 interessant Zoom

In der WEC-Pressemitteilung ist von einer "starken Abänderung" der LMP1-Regeln ab 2020 die Rede im Vergleich zu dem, was am Rande der 24 Stunden von Le Mans 2017 präsentiert worden ist. Was genau passieren wird, ist noch völlig offen. Denkverbote gibt es keine und so öffnet ACO-Chef Pierre Fillon die Tür: "Wir müssen eine Diskussion eröffnen, was die Zukunft von LMP1 und DPi ist", sagt er gegenüber 'Sportscar365'. "Man erinnere sich daran, dass ich ziemlich begeistert von der gemeinsamen Prototypen-Plattform war. Für mich ist das keine Träumerei. Ich denke, wir können daran arbeiten."

Auch WEC-Chef Gerard Neveu umarmt die nordamerikanische Topkategorie plötzlich: "Ich hoffe, dass wir diese Richtung einschlagen werden. Falls diese Partnerschaft zwischen IMSA und ACO weiter gut funktioniert, sehe ich keinen Grund, der dagegen sprechen würde, gemeinsame Regeln zu haben. Es könnte interessant werden - DPi mit LMP1. Ich wüsste noch nicht, wie das genau aussehen soll, aber das ist heute auch noch nicht die Frage. Wir sind absolut offen für Gespräche."

Kein Platz für fünfte WEC-Kategorie

Die DPi-Prototypen bauen auf LMP2-Chassis auf und werden über ein Balancing in der IMSA SportsCar Championship an reguläre LMP2 angepasst. Das bedeutet jedoch, dass sie nicht mit LMP1-Boliden mithalten können. Auch in die LMP2-Kategorie der WEC ließen sie sich nicht integrieren, da diese Kategorie eine Pro-Am-Fahrerpaarung erfordert - undenkbar für Werksteams. So bliebe nur eine eigene Kategorie für die Daytona Prototype International, wie die Kategorie offiziell heißt. "Dafür habe ich im Moment keinen Platz", deutet Neveu auf die mit vier Klassen schon ziemlich ausgelastete WEC hin.


Würde es gar keine LMP1 mehr in der Langstrecken-Weltmeisterschaft geben, hätte sich der ACO Gedanken machen müssen, die DPi früher zu holen. Doch das sei mitnichten der Fall: "Wir haben Toyota und Peugeot arbeitet ernsthaft an einer Rückkehr. Auch gibt es Interesse von anderen Herstellern. Es kommen mindestens vier bis fünf private LMP1 im kommenden Jahr. Die LMP1 existiert also weiterhin. Ich kann schlecht Dallara und den anderen sagen, dass sie (zugunsten der DPi; Anm. d. Red.) verschwinden sollen."

"Die DPi sind ein interessantes Modell." Gerard Neveu

Neveu und Fillon betonen außerdem, dass ihnen an einer starken IMSA-Serie viel liege. "Die DPi sind ein interessantes Modell", findet Neveu. "Man kann wirklich sagen, dass diese Formel in Nordamerika derzeit funktioniert. Wir müssen jetzt die bestmögliche Lösung finden, wie wir gemeinsam fahren können." Der gegenwärtige DPi-Homologationszyklus endet mit der Saison 2020.

Sollte die DPi-Formel global werden, gibt es Interesse von mehreren Herstellern, unter anderem McLaren. Fernando Alonso twitterte bereits geheimnisvoll: "Ich schaue noch immer auf alle erdenklichen Optionen. Gestern gab es ein paar Neuigkeiten über die LMP1-Kategorie. In den kommenden Wochen dürfte es viele News geben."

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